Aufzucht von Jungtauben: Pflege vom Nassau Suffolk Pigeon Club

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Aufzucht von Jungtauben Pflege: So ziehen Sie gesunde Jungtauben auf — klare Regeln, die wirklich helfen

Einleitung

Die Aufzucht von Jungtauben Pflege ist eine Aufgabe, die sowohl Freude als auch Verantwortung bringt. Sie haben vielleicht einen frisch geschlüpften Wurf vor sich oder planen eine Handaufzucht — in jedem Fall möchten Sie, dass die Jungen kräftig, gesund und gut sozialisiert heranwachsen. In diesem Gastbeitrag vom Nassau Suffolk Pigeon Club finden Sie praxisnahe, leicht umsetzbare Tipps. Wir erklären, wie Fütterung, Wärme, Stallgestaltung und Gesundheitssystem miteinander zusammenspielen und geben konkrete Schritte an die Hand, damit Ihre Jungtauben die besten Startbedingungen bekommen.

Wenn Sie zusätzlich gezielt an der genetischen Basis Ihrer Gruppe arbeiten möchten, finden Sie bei uns Hinweise zur Auswahl der Zuchtlinien, die erklären, worauf es bei Elterntieren ankommt. Ebenfalls nützlich sind unsere Empfehlungen zur Taubenkrankheiten vermeiden in Zucht, die praktische Hygienemaßnahmen und Quarantänehinweise zusammenfassen. Für einen breiteren Überblick über Zuchtmethoden und weiterführende Artikel besuchen Sie unsere Seite zur Taubenzucht, dort finden Sie Erfahrungsberichte und Ressourcen, die Ihre Aufzucht ergänzen.

Grundlagen der Fütterung und Wärme in den ersten Wochen

In den ersten Lebenswochen entscheidet sich vieles. Die kleinen Küken brauchen Energie und Schutz, und das möglichst gleichmäßig. Bei Elterntieren ist die Versorgung über die Kropfmilch ideal. Bei Handaufzucht hingegen müssen Sie Ersatzfutter vorbereiten und den Temperaturhaushalt genau im Blick behalten. Das ist weniger kompliziert, als es klingt — mit etwas Übung klappt das gut.

Wärmebedarf: Warum Temperatur so wichtig ist

Jungtauben können ihre Körpertemperatur nur begrenzt selbst regulieren. In den ersten Tagen empfiehlt sich eine Umgebungstemperatur von etwa 30–34 °C. Danach senken Sie die Temperatur schrittweise: 26–28 °C in Woche zwei bis vier. Wichtig: Keine Zugluft! Frischluft ja, kalte Luftzüge nein. Achten Sie außerdem auf eine konstante Wärmequelle, die keine Brandgefahr darstellt.

Feuchtigkeit und Schlafplätze

Eine relative Luftfeuchte von 40–60 % ist ideal. Zu trockene Luft kann die Schleimhäute schädigen, zu feuchte fördert Keime. Stellen Sie den Nistbereich ruhig etwas höher, damit Zugluft am Boden vermieden wird. Verwenden Sie saugfähige, leicht zu reinigende Unterlagen.

Fütterungsrhythmus in der frühen Phase

Bei Handaufzucht füttern Sie in den ersten Tagen alle 2–4 Stunden, auch nachts. Das klingt anstrengend, doch diese intensive Betreuung zahlt sich aus: Wachstum und Überlebenschancen steigen. Ab Woche zwei können Sie auf 4–6 Fütterungen pro Tag reduzieren. Gegen Ende der vierten Woche genügen meist 3–4 Mal täglich, da die Jungtauben zunehmend feste Nahrung aufnehmen.

Wichtige Futterarten, Fütterungsschemata und Wasserbedarf

Die Wahl des richtigen Futters ist zentral für die Aufzucht von Jungtauben Pflege. Balance zwischen Energie, Protein und Mineralstoffen ist gefragt. Setzen Sie auf bewährte Kombinationen und passen Sie diese an den Zustand der Tiere an.

Welche Futterarten sind empfehlenswert?

Für die Aufzucht nutzen Züchter vor allem:

  • Kommerzielle Aufzuchtformeln: speziell für Kropf-/Handaufzucht entwickelt, leicht verdaulich.
  • Einweichfutter/Übergangskost: gekochte Erbsen, kleingeschnittene Körner, weicher Mais.
  • Trockenkörner: Erbsen, Mais, Weizen, Hirse — in ausgewogener Mischung ab etwa Woche 3–4.
  • Mineralien und Grit: Muschelgrit, Sepia, Mineralmischungen zur Unterstützung der Verdauung und Schalenbildung.

Konkretes Fütterungsschema (Orientierung)

Alter Fütterungsfrequenz Futterempfehlung
1.–7. Tag alle 2–4 Stunden, auch nachts Kropfmilch oder Aufzuchtformula
8.–14. Tag 4–6x täglich Formula + weiche Festkost (eingeweichte Körner)
15.–28. Tag 3–4x täglich Übergang zu trockenen Körnern, Grit verfügbar

Wasserbedarf und Trinktraining

Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein. In den ersten Tagen trinken Jungtauben selten selbst — sie nehmen Flüssigkeit aus der Kropfmilch auf. Ab der zweiten Woche sollten Sie eine flache Trinkschale bereitstellen und die Jungen sanft daran gewöhnen. Manchmal hilft, die Füße kurz in Wasser zu tauchen, damit sie den Reiz zum Trinken erkennen (behutsam und sauber natürlich).

Klima, Stall-Setup, Sicherheit und Hygiene

Ein stabiler Lebensraum ist das Rückgrat Ihrer Aufzuchtbemühungen. Ein gut geplanter Stall reduziert Stress, beugt Krankheiten vor und erleichtert die tägliche Arbeit. Denken Sie an Pragmatik: leicht zu reinigen, wettergeschützt und sicher gegen Fressfeinde.

Stallaufbau: worauf Sie achten sollten

Der Stall sollte gut belüftet sein, aber keine direkten Zugluftwege zu den Nistplätzen haben. Nistkästen auf Schulterhöhe oder etwas höher schützen vor Feuchtigkeit und geben Schutz. Für die Aufzucht eignen sich leicht zu reinigende Materialien wie Kunststoffwannen oder glatte Holzflächen mit Hygieneeinlagen.

Sicherheit gegen Räuber

Die meisten Taubenbesitzer haben schon einmal die Erfahrung gemacht: Eine offenstehende Falle für Marder oder ein übermütiger Fuchs genügt. Schließen Sie mögliche Zugänge ab, nutzen Sie verzinkte Gitter und verschließbare Fenster. Kleine Maßnahmen wie verstärkte Scharniere und zusätzliche Riegel können viel Ärger ersparen.

Hygiene-Routine

Futterschalen täglich reinigen, Trinkgefäße mindestens einmal täglich auswechseln. Nistmaterial regelmäßig erneuern und verschmutzte Unterlagen sofort entfernen. Wenn ein Tier krank ist, sofort isolieren und den Bereich desinfizieren. Eine gründliche Reinigung zwischen Bruten vermindert das Risiko, dass Erreger überdauern.

Sozialisierung, Handhabung und Training junger Tauben

Gut sozialisierte Jungtauben sind später einfacher zu handhaben und weniger stressanfällig. Die Sozialisation beginnt früh und profitiert von ruhigem, regelmäßigem Kontakt mit Menschen und Artgenossen.

So gewöhnen Sie die Jungtaube an den Menschen

Beginnen Sie mit kurzen, täglichen Begegnungen. Sprechen Sie leise, bewegen Sie sich ruhig und bieten Sie Futter als positive Verstärkung an. Halten Sie die Sitzungen kurz — fünf bis zehn Minuten reichen oft, damit das Tier nicht überfordert wird. Erhöhen Sie die Dauer langsam, sobald die Taube entspannt bleibt.

Richtiges Handling

Beim Hochnehmen stützen Sie den Körper und fixieren den Kopf sanft. Vermeiden Sie hektische Bewegungen. Wenn die Taube flattert oder laute Laute von sich gibt, machen Sie eine Pause. Ein ruhiger Umgang beugt Verletzungen vor und stärkt das Vertrauen.

Training: Flugübungen und Rückruf

Sobald die Tauben flugfähig sind, führen Sie behutsame Flugübungen in einem geschützten Bereich durch. Kurzstreckenflüge fördern die Muskulatur. Rückruftraining mit Futter funktioniert sehr gut: Rufen Sie den Namen oder ein Signalwort, zeigen Sie Futter und belohnen Sie unmittelbar. Das macht Spaß — für Sie und die Taube.

Gesundheit erkennen, Krankheiten vorbeugen und Erste Hilfe

Früherkennung ist Gold wert. Beobachten Sie die Jungtauben täglich: Fressverhalten, Federzustand, Kot und Atmung geben klare Hinweise auf den Gesundheitszustand. Scheuen Sie sich nicht, bei Unsicherheiten den Tierarzt zu konsultieren.

Warnsignale, die Sie nicht ignorieren sollten

  • Appetitlosigkeit oder langsameres Fressen
  • Gewichtsverlust oder stagnierendes Wachstum
  • Niesen, Ausfluss aus Nase oder Auge
  • Ungewöhnlicher Kot — schleimig, verfärbt oder wässrig
  • Beschleunigte oder angestrengte Atmung

Vorbeugende Maßnahmen

Quarantäne für neue Tiere, saubere Futterschalen, regelmäßige Reinigung und kontrolliertes Entwurmen sind effektiv. Impfungen gegen regionale Erkrankungen sollten Sie mit einem vogelkundigen Tierarzt besprechen. Prävention ist oft kostengünstiger und stressfreier als Therapie.

Erste Hilfe — praktische Maßnahmen

Bei Unterkühlung: Sofort anwärmen, in eine Decke wickeln und einem warmen, ruhigen Ort unterbringen. Bei Dehydration: Elektrolytlösungen oder vorsichtig angebotenes Wasser; wenn die Taube nicht selbst trinkt, bitte umgehend den Tierarzt kontaktieren. Bei Blutungen: Ruhigstellen, Druckverband anlegen und fachkundigen Rat suchen. Bei Verdacht auf Vergiftung oder ernsthafte Erkrankung gilt: keine Experimente, sofort professionelle Hilfe holen.

Absetzphase, Einführung fester Nahrung und Weaning-Strategien

Die Absetzphase ist der Übergang vom vollständig abhängigen Jungtier zum selbstständigen Vogel. Planen Sie diesen Schritt schrittweise — hastiges Absetzen kann zu Untergewicht und Stress führen.

Schritt-für-Schritt-Weaning

  1. Reduzieren Sie langsam die Häufigkeit der Handfütterungen. Beobachten Sie das Gewicht und die Aktivität der Jungtauben.
  2. Bieten Sie zunehmend trockene Körnermischungen an, zuerst eingeweicht, dann trocken.
  3. Stellen Sie ab etwa 2–3 Wochen Grit und Mineralien bereit, damit sich die Darmflora und die Magenfunktion einspielen.
  4. Erhöhen Sie die Selbstfütterungsmöglichkeiten: flache Schalen, kleine Mengen, mehrmals täglich nachfüllen.
  5. Überwachen Sie: Wenn eine Taube zurückfällt, unterstützen Sie sie individuell und holen Rat ein.

Typische Fallstricke beim Absetzen

Zu schnelles Absetzen, mangelnde Verfügbarkeit von Grit oder eine nicht geeignete Körnermischung sind häufige Fehler. Achten Sie darauf, dass die jüngsten Tiere genügend Energie finden und nicht von dominanteren Geschwistern verdrängt werden.

Praxis-Checkliste des Nassau Suffolk Pigeon Club

  • Temperatur: Woche 1 etwa 30–34 °C, danach schrittweise senken.
  • Fütterung: Handaufzuchtformula für die ersten Tage, Übergangsfood ab Woche 2.
  • Wasser: Sauber, flach, jederzeit zugänglich; Trinktraining ab Woche 2.
  • Stall: Gut belüftet, trocken, sicher gegen Räuber; Nistmaterial regelmäßig erneuern.
  • Sozialisierung: Tägliche, kurze Kontaktphasen; sanftes Handling üben.
  • Gesundheit: Tägliche Kontrolle, Quarantäne neuer Tiere, bei Krankheit sofort handeln.
  • Weaning: Langsam, überwacht, Grit und Mineralien bereitstellen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Wie lange muss ich Jungtauben per Hand füttern?

In der Regel ist Handaufzucht in den ersten 2–3 Wochen am intensivsten: in Woche 1 alle 2–4 Stunden, auch nachts; in Woche 2 reduzieren Sie auf 4–6 Fütterungen pro Tag. Ab der dritten bis vierten Woche beginnen die Jungen selbstständig Körner aufzunehmen. Beobachten Sie Gewicht und Aktivität: Wenn die Tauben sicher selbst fressen und trinken, können Sie die Hilfsfütterungen schrittweise einstellen.

2. Welches Aufzuchtfutter ist am besten geeignet?

Kommerzielle Aufzuchtformeln sind für die Handaufzucht empfehlenswert, weil sie ausgewogen und leicht verdaulich sind. Alternativ nutzen Züchter selbst zubereitete Mischungen auf Erbsen-/Weizenbasis, jedoch nur mit Erfahrung. Achten Sie auf eine hohe Protein- und Energiezufuhr in den ersten Wochen und ergänzen Sie später mit eingeweichten Körnern und Mineralien.

3. Welche Temperatur ist ideal für Jungtauben?

Die optimale Temperatur liegt in Woche 1 bei etwa 30–34 °C, danach senken Sie schrittweise auf etwa 26–28 °C in Woche 2–4. Extremtemperaturen vermeiden: Unterkühlung führt schnell zu Problemen, zu hohe Hitze zu Stress. Stellen Sie außerdem sicher, dass es keine direkten Zugluftzonen in den Nistbereichen gibt.

4. Wann sollte ich mit dem Weaning beginnen?

Das Weaning beginnt, wenn die Jungtauben aktiv Körner picken und selbständig trinken — meist ab der dritten Woche. Starten Sie langsam: weniger Hilfsfütterung, mehr eingeweichte Körner, dann trockene Körner. Grit und Mineralien sollten ab etwa Woche 2–3 zur Verfügung stehen, um die Verdauung zu unterstützen.

5. Wie erkenne ich Krankheiten frühzeitig?

Achten Sie täglich auf Fressverhalten, Aktivität, Atmung, Federzustand und Kot. Warnsignale sind Appetitlosigkeit, verlangsamtes Wachstum, Niesen, Nasenausfluss, auffälliger Kot oder angestrengte Atmung. Bei den kleinsten Zweifeln sollten Sie rasch isolieren und einen vogelkundigen Tierarzt hinzuziehen — frühe Maßnahmen verhindern oft größere Probleme.

6. Brauche ich Grit und welche Mineralien sind wichtig?

Ja, Grit ist wichtig für die mechanische Zerkleinerung der Nahrung im Muskelmagen; Muschelgrit liefert zusätzlich Kalzium. Mineralstoffmischungen, gegebenenfalls mit Spurenelementen, unterstützen Wachstum und Federbildung. Bieten Sie Grit ab der zweiten bis dritten Woche an und kontrollieren Sie die Menge, damit es immer sauber bleibt.

7. Wie lange sollte ich neue Tauben in Quarantäne halten?

Für neue Tiere empfehlen wir eine Quarantäne von mindestens zwei Wochen, besser vier Wochen, abhängig vom Gesundheitsstatus. In dieser Zeit beobachten Sie Fressverhalten, Kot, Atemwege und kontrollieren auf Parasiten. Erst nach vollständiger Erkrankungsfreiheit und eventuell nach tierärztlicher Freigabe sollten neue Tiere in den Bestand integriert werden.

8. Was tun bei Kropfentzündungen oder Fütterungsproblemen?

Bei Kropfproblemen beobachten Sie den Kropfinhalt und das Fressverhalten genau. Ruhe, geringere Fütterungsfrequenz und milde, gut verdauliche Kost sind initiale Maßnahmen. Bei unsicherer Diagnose oder Verschlechterung bitte sofort einen vogelkundigen Tierarzt kontaktieren; invasive Eingriffe gehören nicht in Laienhände.

9. Wie wichtig ist die Auswahl der Zuchtlinien für die Aufzucht?

Die genetische Basis beeinflusst Wachstum, Widerstandskraft und Verhalten. Die gezielte Auswahl der Zuchtlinien hilft, robuste Elterntiere zu erhalten, die ihre Jungen gut versorgen. Informieren Sie sich über Linienmerkmale und kombinieren Sie Leistungs- und Gesundheitsmerkmale sinnvoll.

10. Welche Hygienemaßnahmen reduzieren Krankheiten in der Zucht?

Regelmäßige Stallreinigung, saubere Futterschalen, getrennte Bereiche für Jung- und Altvögel sowie eine konsequente Quarantäne neuer Tiere sind essenziell. Detaillierte Empfehlungen zur Vermeidung von Erkrankungen finden Sie in unseren Hinweisen Taubenkrankheiten vermeiden in Zucht. Impfungen und tierärztliche Kontrollen ergänzen die Hygiene sinnvoll.

Abschluss: Ihre nächste Handlung

Die Aufzucht von Jungtauben Pflege verlangt Aufmerksamkeit, aber sie ist auch unglaublich befriedigend. Wenn Sie diese Grundregeln beachten — Wärme, ausgewogene Ernährung, sauberes Stallklima und liebevolle Sozialisierung — geben Sie den Jungtauben das Beste mit auf den Weg. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen, lokale Zuchtvereine um Rat zu fragen oder einen vogelkundigen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Und: Bleiben Sie geduldig. Tauben zeigen oft erstaunliche Resilienz. Mit Sorgfalt und etwas Zeit belohnen sie Sie mit robusten, zutraulichen Gefährten.

Wenn Sie möchten, können Sie jetzt die Checkliste ausdrucken, einzelne Punkte abhaken und so systematisch vorgehen. Viel Erfolg bei Ihrer Aufzucht — der Nassau Suffolk Pigeon Club steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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